Tag 3

Am 3. Tag hat man Brody angemerkt, dass er sich mehr und mehr an die neue Umgebung gewöhnt. Die Wohnung hat er sowieso als sein neues zu Hause angenommen und er hat entdeckt, dass man wunderbar vom Wohnzimmer über Flur und Küche zurück ins Wohnzimmer im Kreis rennen kann (und das ganze mehrmals…), wenn er mal wieder einen wilden Flitz im Kopf hat. Oder er rennt Achten rund um Couchtisch und Sessel, nimmt zwischendurch ein Plüschtier mit auf seine Reise und schaut uns an, als wenn wir mitlaufen sollten. Das würden wir ja gerne tun, aber in solchen Momenten ist er doch schon wesentlich schneller als wir.
Mittags ging es dann mit ihm zum Einkaufen und er konnte mit mir das wilde Treiben vor zwei Supermärkten beobachten, während Frauchen shoppen war. Das laute Geschepper der Einkaufswagen, die Automatiktüren und die hektisch rein und raus laufenden Menschen fand er ziemlich spannend und wollte am liebsten mitten rein ins Getümmel. Es war aber besser, in mind. 2m Abstand zu bleiben, denn es waren zu viele Leute mit Scheuklappen dabei, die in ihrer Einkaufswut wohl über Brody gestolpert wären.Vor einem der Geschäft forderte Brody einen riiisigen Boxer mutig mit lautem Bellen zum Kräftemessen heraus. Brody wusste bestimmt, dass er verlieren würde, aber wenn das Gegenüber angebunden ist, kann man ja mal ein bisschen angeben. Überhaupt – je größer die anderen Hunde sind, desto mutiger geht Brody auf sie zu. Um kläffende Wadenbeißer macht er meist erstmal einen Bogen. Na ja, richtig so…
Danach ging es wieder in den großen Park, wo Brody im Gegensatz zum Vortag richtige Kondition bewies. Er musste sich immer wieder von Fremden streicheln lassen und ständig anhören: „Oooh ist der süüüß! Das ist doch bestimmt noch ein Baby“. Ein paar mal erwiderte er dieses natürlich mit seinen berüchtigten Bissen in die Zehen.Ansonsten verzückte er noch einige Kinder, spielte mit anderen Hunden und war am Ende so zufrieden und müde, dass er zu Hause erstmal 3 1/2 Stunden schlief und träumte. Fotos gibt es von dem Tag leider nicht. Ich hatte es völlig verseppelt, dass wir die Kamera überhaupt eingesteckt hatten.